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Zeichenfabrik

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Zeit zu schenken

Autor: Hoa Luo, Foto: Patrick Trotter
Zeit zu schenken

Zu Weihnachten überhäufen wir uns, aus guter Absicht heraus, mit schnell gekauftem Zeug, das aber nur wenig oder kurze Freude bringt. Dabei kann das Schenken selbst ein Akt der Freude sein! Dass das Schenken uns inspirieren kann, mehr aufeinander zuzugehen, ist ganz einfach: Wir müssen nur hinhören, was wir und die anderen im Alltag formulieren. Zum Beispiel die Sätze „Eigentlich wollte ich….“, oder „Aber dafür habe ich keine Zeit…“ weisen auf verborgene, schlummernde Wüsche hin, die geweckt werden wollen.

Entweder wir haben keine Zeit oder finden nicht den passenden Kontext, um unsere Wünsche zu realisieren. Schenken verlangt aber nach eben jener Aufmerksamkeit, genau zuzuhören und sich Gedanken zu machen, sich gegenseitig wertzuschätzen und Wünsche mit der kostbaren Ressource Zeit zu verbinden. Das Resultat sind Geschenke, die weder umgetauscht, noch verstauben werden. Der Soziologe Georg Simmel formuliert in einer seiner Grundthesen, dass ohne dieses Geben und Nehmen, welches ja den Akt des Schenkens ausmacht, keine Gesellschaft denkbar wäre. Das Schenken spinnt ein feines Netz zwischen den Menschen, durch das sie sich miteinander verbunden fühlen.

Deshalb schaut euch um, wenn sich eure Kinder zu Weihnachten ein Schloss von Playmobil wünschen, und überlegt, ob ihr ein Spielzeug schenkt, das verstaubt, oder ob ihr selbst kreativ werdet.

Schenkt dieses Jahr Zeit.

Zum Beispiel 2:49min mit Nina Simone mit “Take Me To The Water”

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