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Pia Arnström - Von Brüchen, Verbindungen und lebenslangem Lernen

Autor/in: Anne Suttner
Pia Arnström - Von Brüchen, Verbindungen und lebenslangem Lernen

Pia Arnström ist in Sundsvall (SWE) geboren und nach Österreich gekommen, um an der Hochschule für angewandte Kunst Malerei zu studieren. Einen Großteil ihres Studiums absolvierte sie in der Klasse von Prof. Adolf Frohner, diplomierte schließlich unter Prof. Ludwig Attersee und arbeitet seither kontinuierlich an der Entwicklung ihres Malstiles, experimentiert darüber hinaus aber auch mit anderen Medien wie Fotografie, Keramik, Performance und Film.

Abb. 1 Von rechts nach links: Pia Arnström, Serie: Slasken, Hahnemüle Fine Art Print, Motivmaße: 22.9x30.5 cm, Edition 10. Pia Arnström, Serie: Slasken, Hahnemüle Fine Art Print, Motivmaße: 30x24.4 cm, Edition 10. Pia Arnström, Serie: Slasken, Hahnemüle Fine Art Print, Motivmaße: 40x53.3cm, Edition 10

In ihrem malerischen Prozess sind Schaffenspausen, Unterbrechungen der Praxis oder künstlerische Zäsuren ein wichtiges Element, um einen Schritt zurückzutreten und die eigene Arbeit zu reflektieren. Zurück vor dem Bild ergibt sich so meist ein neuer Blick auf die bisherige Arbeit, was den Prozess neu anstößt, belebt oder ihm eine neue Richtung gibt.

Abb. 2 Pia Arnström, Serie: Layers, Acryl auf Leinwand, 40x50 cm, 2017

Leerstellen sind für Pias Bilder besonders charakteristisch. Sie bieten dem Betrachter einen Raum für eigene Projektionen und eröffnen eine Deutungs- und Bedeutungsvielfalt, in der sich nicht Pias Absicht manifestiert sondern die gewissermaßen am Übergang von Künstlerin zu BetrachterIn immer wieder neu entsteht.

Nach ihrer künstlerischen Intention befragt, sagt Pia, dass sie in ihrer Kunst Brüche und Verbindungen untersucht. Eine ihrer jüngsten Arbeiten behandelt etwas ganz Profanes - den Abwasch: Alle Welt spricht über das Essen, Rezepte werden fotografiert und foodblogs betrieben; niemand aber spricht über das Danach, worin Pia einen Bruch verortet, dem sie in ihrer Arbeit nachgeht. Der Abwasch ist etwas, das alle Menschen verbindet, so wie alles, was im Abguss landet, letztendlich in der Kanalisation wieder zusammenfindet. Seit 1739 war Wien als erste Stadt Europas erstmals vollständig kanalisiert. In dem heute 2400 km langen Kanalnetz treffen sämtliche Partikel ohne Rücksicht auf Bildungsstand oder Herkunft seiner Verursacher aufeinander. Im Moment dieser Verbindung setzt Pias Arbeit an und dokumentiert in ihrer Werkserie „slasken“ etwa Haare, die sich im Waschbecken sammeln.

Abb. 3 Pia Arnström, Serie Layers, Aquarell auf Papier, 23x31 cm, 2018

Eine andere Werkserie beschäftigt sich mit Experimenten mit verschiedenen Flüssigkeiten, die fotografiert und mit Naturaufnahmen überlagert werden, was sehr surrealistische Ergebnisse hervorbringt.

Abb. 4 Pia Arnström, Serie: Flytande, Hahnemüle Fine Art Print, Motivmaße: 30x31.6 cm, Edition 10

Auf die Frage, wie man sich am besten am Kunstmarkt behauptet, rät Pia von Patentrezepten ab. Ihr persönlicher Ansatz besteht darin, sich auch für andere Bereiche abseits der Kunstszene zu öffnen. Der Kunstmarkt ist eine Blase, in der sich alle ProtagonistInnen bereits kennen, eine geschlossene Welt. Pia hingegen braucht den Austausch mit Menschen, einen Ausgleich zur „einsamen“ Arbeit vor der Staffelei. Deshalb unterrichtet sie unter anderem an der Zeichenfabrik sowie an einer Bildungsanstalt für Elementarpädagogik und absolviert derzeit eine Coaching-Ausbildung in Schweden.
Pia profitiert als Mensch wie als Künstlerin von dieser Öffnung und vom Austausch mit anderen. Ihr Leben ist geprägt vom steten Wunsch nach Selbstbestimmung, Veränderung durch Arbeit und lebenslangem Lernen.

Link: Pias Kurse in der Zeichenfabrik

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