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Zeichenfabrik

Malen wie: Klimt

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Kursinhalt /

Die Alten Meister haben sich selbst ihre Farben hergestellt und die Malgründe vorbereitet, die maltechnischen Kenntnisse waren damals eine Notwendigkeit. In der heutige Malerei liegt der Schwerpunkt hingegen klar auf Seiten inhatlich-künstlerischer Fragestellungen. Viele Kunst-Akademien haben die Maltechnik bereits aus dem Lehrplan gestrichen. Dabei ist nicht zu übersehen, dass die Auseinandersetzung mit alten Malmaterialien und ihrer Verwendung in verschiedenen Kunstepochen und von verschiedenen Meistern auf begründetes Interesse stösst: Denn auch in der zeitgenössischen Malerei sind Kenntnisse der Maltechnik wichtig für die formale Umsetzung eigener Ideen. Das Studium von Werken Alter Meister und die Analyse ihrer Maltechnik vertieft und bereichert das eigene Können.

Kursziel
Es wird die Maltechnik von Klimt mithilfe einer Bild-Rekonstruktion des Porträts von Margaret Stonborough-Wittgenstein (Neue Pinakothek, München) analysiert. Dabei werden am Beispiel Klimt Kenntnisse über die moderne einschichtige Malerei im Vergleich zur mehrschichtigen Malerei der Alten Meister vermittelt, beginnend mit dem Bildträger, der Grundierung, Zeichnung und Modellierung der Volumina bis zu der Schutzschicht. Parallel werden die verwendeten Bindemittel, andere Malmaterialien und Malutensilien im Detail besprochen. Jede/r TeilnehmerIn wird im Kursverlauf ein eigenes Gemälde auf Basis der Vorlage von Klimt herstellen.

Lehrmethode
Wir malen wie Klimt. Es werden zuerst über die Besonderheiten und die Entwicklungsstadien in der Maltechnik von Klimt besprochen. Im folgenden wird praxisorientiert gearbeitet: Vorbereitung des Bildträgers aus Leinwand, Grundierung, Übertragung der Vorzeichnung auf die Grundierung, grobe Unterlegung der Licht- und Schattenbereiche. Danach wird mit den Lokalfarben in feinen Abstufungen durch rapide Pinselstriche die Modellierung der Formen durchgeführt. Dabei wird auf Farbkontraste geachtet. Zum Schluss werden Kontraste verstärkt und Korrekturen gemacht.

Kontext
Klimt zählt zu den wichtigsten Malern der Moderne in Österreich. Er beginnt in einem akademischen Stil zu malen, sehr nah an Lawrence Alma-Tadema (niederländischer Maler des akademischen Realismus). Durch den Kontakt mit dem belgischen Maler Fernand Khnopff bekommen seine Arbeiten Züge der englischen Prä-Raffaeliten. Schliesslich wird er beeinflusst vom symbolistischen Maler James Whistler (ausgebildet in Paris im Atelier Gleyr zusammen mit den bekanntesten Impressionisten Monet, Syslei, Renoir) und Franz Stuck (deutscher Maler des Jugenstils und des Symbolismus). Seine Malerei macht den Sprung von weicher Modellierung der Volumen zur groberen Gestaltung durch schnell gesetzte Pinselstriche. Für die Licht- und Schatten-Modellierung werden nicht mehr Ton-Kontraste (Schwarz/Weiss) sondern Farb-Kontraste (z.B. Blau/Gelb) verwendet.

Zielgruppe
Erwachsene aller Altersklassen, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. In der Tat leistet das detaillierte, praxisnahe und verständlich aufbereitete Studium der Maltechnik Alter Meister sowohl für moderne Maler als auch für andere an Kunst und Kunstgeschichte interessierte Personen und Kunstliebhaber wertvolle Dienste.

  • Gustav Klimt / Porträt von Margarethe Stonborough-Wittgenstein / Öl auf Leinwand / 180x90 cm / 1905 / Neue Pinakothek, München

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