Zwischen Linien, Kindern und Kunst – Lisa Pock
Die Linie
Das Gewöhnliche der Linie macht das Unmögliche der Utopie
Dehnbarkeit und Erweiterung der Linie – ist das unsere Verbindung zu den Pflanzen, ihrem Wachstum? Wie unsere Wachstumsstreifen am Körper: Ziehen sich Linien da hindurch und bezeichnen unsere Zeit der Veränderung? Wie die Jahresringe, welche am Anfang eine Linie sind und dann Kreise werden.
Wie würde Lisa Pock die Verbindung von Kreis, Linie und anderen Formen in der Zeichnung zueinander beschreiben? Und kann man das als Modell betrachten für einen gesellschaftlichen Aspekt – oder ist es ein rein ästhetischer Kerngedanke?

Mit Lisa kann man die Linie verstehen. Stand vor allem die Linie in ihrer grafischen Auseinandersetzung stets im Vordergrund, ist ihr Leben nicht ganz in einer einzig geraden Linie gezeichnet.
Die 1976 in Graz geborene Studentin von Peter Kogler besuchte außerdem die Slade School of Art und hat drei Jahre in London gelebt, studiert und gearbeitet. Mittlerweile ist Lisa in Wien.
In der Verbindung mit ihrem eigenen Prozess in der Herausarbeitung der Linie und dem Arbeiten mit Kindern geht sie von der Handzeichnung aus. Sehr zerbrechlich, fragil und organisch schlängelt sich ihr Strich auf dem Papier, folgt ungewissen Linien, formt den Körper, geht zurück auf etwas Organisches und mündet in einer Zeichnung.

In Lisas Kinderkurs wird die unbelebte Welt der Pappen und Papiere belebt. Ein Werkstoff, der sehr vielseitig ist und uns immer wieder überrascht. In ihrem Kurs widmet sich Lisa den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder: einerseits kreativ und frei zu sein, sich bis ins Utopische spielerisch und bildnerisch zu entfalten – und andererseits mit den erzeugten Objekten auch spielen zu können.
Um Lisas konzeptuelle Gedanken über die Linie näher kennenzulernen, gibt es die Möglichkeit, ihre Arbeiten auf ihrer Website anzusehen.
Schnelles Frage-Antwort-Interview

Hoa: Was ist deine Lieblingsfarbe?
Lisa: Oliv.
H: Pinsel oder Bleistift?
L: Bleistift.
H: Seit wann zeichnest du?
L: Eigentlich ist es nach Abschluss meines Studiums immer mehr und intensiver geworden.
H: Was ist in deinem Kühlschrank?
L: Ein halber Supermarkt – ich koche sehr gerne.
H: Was hast du zuletzt gekocht?
L: Ich habe zwei Kinder – im Zweifelsfall: Pasta.
H: Magst du Gulasch?
L: Ja, ich koche es auch sehr gerne.
H: Aus welchen Bestandteilen würde dein Smoothie bestehen?
L: Apfel, Karotte, Rote Rübe, Ingwer, etwas Chili.
H: Wenn du drei Personen zum Essen einladen könntest, welche wären das?
L: Eigentlich drei Köche: Yotam Ottolenghi, Nigel Slater, Rose Gray – zum Austausch.
H: Welchen Film muss man zwingend gesehen haben?
L: Jacques Tati, „Mon Oncle" – der macht gute Laune.
H: Folgst du auf Instagram?
L: Am ehesten Instagram.
H: Was fällt dir spontan zum Thema Netzwerk ein?
L: Kommunikation.
H: Was würdest du drei Tage lang ohne Strom machen?
L: Lesen, wandern, die Ruhe genießen.
H: Hast du schon mal dein Handy verloren?
L: Nein, aber mit Kind am Klo in einem schwedischen Möbelmarkt ist es mir schon einmal ins Klo gefallen…
H: Berg oder Meer?
L: Berg am Meer!
H: Welchen Gipfel würdest du besteigen?
L: Einen in Patagonien.
H: Stadturlaub – in welcher Stadt?
L: Tokio, da war ich noch nicht.
H: Was glaubst du, nimmt man dir öfters übel?
L: Dass ich nicht acht Arme habe wie ein Oktopus und daher nicht alles gleichzeitig machen kann, wie oft gewünscht…
H: Was kannst du nur mit Humor ertragen?
L: Alles ist leichter mit Humor zu ertragen, oder?
H: Wer hat dir das Fahrradfahren beigebracht?
L: Meine Eltern, mit einem kleinen, roten Fahrrad.
H: Welche Kindheitserinnerung hat dich besonders geprägt?
L: Das Aufwachsen am Land.
H: Wofür bist du dankbar?
L: Ganz kitschig: für meine Familie.
H: Was ist Privatheit für dich?
L: Ein paar Minuten ungestört im Badezimmer zu sein.
H: Wie sieht die erste Stunde deines Tages aus?
L: Ganz normaler Familienwahnsinn.
H: Hörst du Musik beim Arbeiten?
L: Ja, aber ganz unterschiedlich – je nach Stimmung.
H: Yung Hurn oder Bach?
L: Klar Bach.
H: Glaubst du, dass es wichtig ist, etwas Künstlerisches zu lernen?
L: Ja, ich denke schon. Für kleine Kinder ist es wichtig, ein Gefühl für Ideen zu bekommen und für die Möglichkeiten zu deren Umsetzung.
H: Welches war der schlimmste Job, den du jemals hattest?
L: Da gab es viele lustige, skurrile – aber ich habe immer versucht, sie mir im Moment so gut wie möglich zu machen. Daher war keiner richtig schlimm.
H: Folgst du eher deinem Kopf oder einem Gefühl?
L: Dem hoffentlich richtigen Gefühl im Kopf.
