Hola Frida – Die Kindheit von Frida Kahlo
Coyoacán, Mexiko, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auf dem Markt hört ein neugieriges Mädchen zum ersten Mal von den Zapoteken, dem Volk der Wolken, das zu sehen vermag, was nur Fantasie und Einbildung in einem erwecken. Es ist der Beginn einer Geschichte, die wir längst zu kennen glauben. Aber so reizend und warmherzig wurde sie bisher kaum erzählt.
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Fantasie als Überlebensstrategie
„Hola Frida" erzählt die Kindheit Frida Kahlos als den Weg eines Mädchens, das früh lernt, dass das Leben Widerstand bedeutet, und das etwas dagegen setzt, was stärker ist als der Schmerz: Fantasie, die Liebe ihrer Familie und den unbedingten Willen, etwas zu erreichen.
Der Film beginnt mit dem Marktbesuch in Coyoacán. Fridas Mutter erzählt ihren Töchtern von den Zapoteken, dem Volk der Wolken, das im Himmel zu sehen vermag, was anderen verborgen bleibt. Frida bekommt an diesem Tag ihr erstes Notizbuch – die Initialzündung für eine lebenslange Auseinandersetzung mit dem, was in ihr vorgeht.

Kurz darauf erkrankt Frida im Alter von sechs Jahren an Kinderlähmung. Im Fieber verselbstständigt sich ihre Fantasie: Pflanzen, Schmetterlinge, bunte Affen, aztekische Tempelstätten und die erste Begegnung mit La Muerte, der weiblichen Personifizierung des Todes, die kommt, um Frida zu holen. Es ist Fridas Alter Ego, ihr zweites Ich, das in Fridas Traumwelt dem Tod noch etwas Zeit abringt. Der Film nimmt damit das Motiv des gespiegelten Ichs aus Kahlos ikonischem Gemälde „Die zwei Fridas" auf: In Fridas beängstigenden Visionen steht ihr die fiktive Frida stets ermutigend zur Seite. Siehe auch den Wikipedia Link zu „The Two Fridas".
Hühnerbein
Die Genesungszeit ist die erste große Prüfung. Frida will springen, auf Bäume klettern, um die Wette laufen – und kann es nicht. Der Vater, ein Fotograf, nimmt sie mit in sein Atelier und lässt sie Schwarzweiß-Fotografien kolorieren. Es ist eine der schönsten Szenen des Films: die Entdeckung, dass die Welt in Farbe schöner ist.
Als Frida zurück in die Schule darf, versucht sie sich im Seilspringen. Mit ihrer Beinschiene verfängt sie sich im Seil. Sie nimmt die Schiene ab, um besser springen zu können. Dabei rutscht ihr Strumpf und man sieht, wie dünn das rechte Bein geblieben ist. Ein Junge beginnt zu spotten und ruft sie Hühnerbein. Frida wird ausgelacht. Aber sie lässt es nicht bei Tränen bewenden: Sie meldet sich für ein Rollschuhrennen an.

Mit ihrem Vater trainiert Frida, sie stürtzt und leidet, gibt aber nicht auf. Das Rennen gewinnt sie – knapp vor jenem Jungen, der sie als Hühnerbein verspottet hatte. Als sie danach sieht, wie er alleine und traurig auf einer Bank sitzt, geht sie zu ihm. In einem leisen und charmanten Moment kommt es zu einer Annäherung zwischen den beiden Kindern. Der Film macht keine einfache Moral daraus – aber er zeigt, dass Boshaftigkeit oft viel Leid verbirgt.
Dia de los Muertos
Am Dia de los Muertos trägt Frida die kranke Frida endlich zu Grabe. Sie füllt ihre Beinschiene mit den orangen Blütenblättern der Cempasúchil, der ikonische Blume des mexikanischen Día de los Muertos, und begräbt sie. Sie hält eine kurze Messe, bedankt sich bei der kranken Frida: Es war schön, dich gekannt zu haben. Ohne dich hätte ich nie erfahren, wie stark ich bin, und welchen Wert Familie und Freunde haben.

Es ist einer der stärksten Einfälle des Films – und beinahe ein Happy End.
Der Unfall
Es folgt ein Leben im Zeitraffer: Das Notizbuch blättert durch die folgenden Jahre. Demonstrationen, Tierra y Libertad, Skizzen und Embleme weisen in Richtung ihres späteren künstlerischen Ausdrucks. 1925, der Stift liegt als Marke zwischen dem Vergangenen und der unbeschriebenen zweiten Hälfte von Fridas Leben.
Frida studiert, wie sie es vorhatte, Medizin. Sie verlässt mit einem Freunde die Universtiät, gerade noch erwischen die beiden den Bus. Im Bus erscheint ihr die Gestalt aus dem Fiebertraum Ihrer Kindheit: die Frau mit Totenmaske. Es kommt zu einem Unfall. In Zeitlupe fällt Frida. Um sie: Blütenblätter und Glasscherben. Der Tod tritt auf sie zu, die Zeit wäre gekommen, die Blütenbücke zu überqueren. Doch abermals findet Frida Rettung durch ihre innere Stärke und der Tod weicht zurück.

Viva la vida
Der Film endet mit Fridas Stimme – aus dem Krankenbett, in dem ihre Eltern mit eigenen Händen eine Vorrichtung gebaut hatten, damit sie malen konnte. Der Traum, Ärztin zu werden, war mit dem Unfall gestorben. Was blieb, war die Malerei.
„Hola Frida" ist ein Familienfilm, der Kindern und Erwachsenen dasselbe erzählt – auf verschiedenen Ebenen. Wer Fridas Gemälde kennt, wird Farbpaletten und Referenzen wiedererkennen, die die Regisseur*innen in Fridas Fantasiewelt eingewoben haben: Anspielungen auf das zapotekische Erbe, auf das Wechselspiel zwischen leuchtender Bildwelt und gedeckten Tönen in den dunkleren Momenten. Wer Frida nicht kennt, erlebt ein warmes und anrührendes Porträt. Die Botschaft ist einfach und präzise: Familie, Freunde, Fantasie. Vielleicht sind es vor allem die Widerstände, die herausragende Persönlichkeiten prägen. Die Antwort des Films jedenfalls lautet: Viva la vida!
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Viel Glück – und viel Freude beim Entdecken von Fridas Kindheit im Kino!
Film-Details
Hola Frida – Die Kindheit von Frida Kahlo
Regie: Karine Vézina, André Kadi / Drehbuch: Anne Bryan, Sophie Faucher, André Kadi / Kamera: Karine Vézina / Musik: Laetitia Pansanel-Garric / Produktion: Tobo Media, Du Coup Production / Produzenten: Florence Roche, André Kadi, Laurence Petit, Eliott Khayat
Frankreich, Kanada 2024 / 83 Minuten / DF, OmdU / Freigegeben ab 0 Jahren
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Kinostart Österreich: 29. Mai 2026