Ein Porträt entsteht im Wechselspiel zwischen Betrachten und Erinnern – zwischen dem, was das Modell preisgibt, und dem, was die Hand zu fassen vermag. Dieser Workshop widmet sich der unmittelbaren Begegnung: der Suche nach dem Wesen eines Gesichts, das sich im Licht verändert, atmet und reagiert.
Was dich erwartet
Wir starten mit einem kurzen, ordnenden Blick in die Kunstgeschichte – von den Alten Meistern bis zur Gegenwart. Anschließend gehen wir über zur Praxis an der Staffelei.
1. Malen nach der Natur (Live-Modell)
Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit dem Modell. Du schulst deine Wahrnehmung für:
- Licht und Schatten: Verstehe, wie Licht das Volumen formt (das Prinzip des Chiaroscuro).
- Hauttöne (Inkarnat): Lerne, lebendige Hautfarben zu mischen, die nicht "angemalt" wirken, sondern Tiefe haben.
- Ausdruck: Erfasse die subtilen Nuancen, die Stimmung und Charakter ausmachen.
2. Die Technik: Ölfarbe
Ölfarbe ist langsam und nachgiebig – ideal für das Porträt. Du beginnst mit schnellen Skizzen, um Proportionen und Haltung zu erfassen, und entwickelst schrittweise ein Porträt in Öl – von der Komposition und Untermalung bis zur Ausarbeitung der Details.
Die Arbeit mit dem lebenden Modell ist das ultimative Training für dein räumliches Verständnis. Du lernst, Volumen im dreidimensionalen Raum zu erfassen und auf die Leinwand zu bannen – eine Fähigkeit, die dir auch bei der Porträtmalerei nach Fotos zugutekommt.