Bei der Kaltnadelradierung wird das Motiv mit Kraftaufwand direkt in die Druckplatte geritzt – lateinisch „radere" für schaben oder kratzen. In diesem Workshop mit Natalia Weiss verbinden wir Text und Bild. Ausgehend von lyrischen Texten übersetzen wir Stimmung und Rhythmik eines Gedichts in eine eigenständige grafische Formensprache.
Was dich erwartet
Die Technik der Kaltnadelradierung
Du erlernst die direkteste und unmittelbarste Methode des manuellen Tiefdrucks. Im Gegensatz zur Ätzradierung arbeiten wir komplett ohne Säure. Du ritzt deine Linien und Schraffuren mit Stahlnadeln unter mechanischem Krafteinsatz direkt in die Druckplatte ein.
Der Grat als Gestaltungsmittel
Das charakteristische Merkmal der Kaltnadelradierung ist der sogenannte Grat: Das Plattenmaterial, das beim Ritzen verdrängt wird, bleibt an den Rändern der Rille stehen. Beim Drucken nimmt dieser Grat zusätzlich Farbe auf und erzeugt weiche, samtige Linien, die dem Druck seine unverwechselbare, tiefe Anmutung verleihen.
Materialvielfalt und Druckträger
Wir arbeiten mit handlichen Plattenformaten bis maximal A4. Dabei nutzen wir ganz unterschiedliche Materialien als Druckstöcke und vergleichen deren spezifische Eigenschaften: von klassischem Zink über Rhenalon-Kunststoffplatten bis hin zu experimentellen Trägern wie Tetra Pak oder alten CDs.
Der Druckprozess an der Presse
Gedruckt wird auf hochwertigem, angefeuchtetem Büttenpapier. An einer ABIG-Tischpresse (Tischgröße: 35 × 50 cm) erprobst du den Farbauftrag, das professionelle Auswischen der Platten und den eigentlichen Druckvorgang. Du kannst dabei mit den Druckfarben Schwarz, Rot, Blau und Gelb experimentieren.
Ein ganz großes Dankeschön an die fantastische Kursleiterin Natalia Weiss – für mich war es der beste Kurs überhaupt.
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