Tusche ist unbarmherzig – und gerade deshalb so befreiend. Ein falscher Strich lässt sich nicht korrigieren, ein zu nasser Pinsel läuft aus, die Zeit drängt. In kurzen, intensiven Intervallen arbeitest du mit dem Live-Modell und erprobst mit Pinsel, Feder und Tusche, wie aus einer Linie eine Fläche wird und wie sich die wesentliche Form der Figur einfangen lässt. Im Zentrum steht das Wechselspiel aus Kontrolle und Zufall: präzise Konturen treffen auf fließende, wasserverdünnte Lavierung, und auch unvorhersehbare Verläufe, Flecken oder Tropfen werden bewusst zum gestalterischen Mittel.