Sprechende Pflanzen, die sich als Tiere verkleiden, Fabelwesen und Blumenkinder – Märchen sind Geschichten, die zeitlich und örtlich losgelöst etwas erzählen. In diesem Workshop gestalten wir kleine gebundene Bücher, deren Seiten mit botanischen Drucktechniken bedruckt sind. Die Ideen holen wir uns bei der genauen Betrachtung von Pflanzen, Gräsern und botanischen Objekten – gesammelt in der unmittelbaren Umgebung, verarbeitet im Atelier.
Was dich erwartet
Wir erkunden die florale Umgebung, sammeln Wildkräuter und Pflanzen, die wir für die Weiterverarbeitung vorbereiten und anschließend als Druckstöcke einsetzen. Drei Techniken bilden das Herzstück des Workshops:
Frottage
Fotokopien, Texte und Laserausdrucke werden mithilfe eines organischen Lösungsmittels – Lavendel- oder Orangenöl – auf Papier transferiert. Durch das Abreiben verliert das Ausgangsbild an Schärfe und Farbe; das entstehende neue Bild erinnert in seiner Ästhetik an ein Aquarell. Die Technik dient der Hintergrundgestaltung und der Vorbereitung des Bildgrundes.
Monotypie mit Gel-Druckplatten
Weiche Gelatineplatten ermöglichen intuitive Monotypien – von jedem Druck entsteht nur ein einziges Exemplar. Wir arbeiten mit Pflanzen, Blüten und verschiedenen Strukturen, die in die Platte gedrückt oder auf ihr arrangiert werden.
Naturdruck (Physiotypie)
Ein altes Verfahren, bei dem organische Materialien – Blätter, Farne, Pflanzen – direkt als Druckformen eingesetzt werden. Die Naturobjekte werden eingefärbt und mithilfe von Walzen auf den Bildträger gedruckt; selbst feinste Strukturen lassen sich so detailgetreu wiedergeben. Die Technik wurde neben der künstlerischen Anwendung vor allem in der Botanik weiterentwickelt.
Am Ende der drei Tage entsteht ein kleines Buch mit Fadenheftung – jedes Blatt eine eigene Geschichte, die Pflanzen ihre Erzähler.
Mensch und Natur stehen im Mittelpunkt meiner Arbeiten. Spuren des Lebens und seine Manifestationen in verschiedenen Erscheinungsweisen bilden den Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit.