Was passiert eigentlich, wenn wir Kunst machen? Wie lassen sich eingefahrene Routinen aufbrechen und die eigene Arbeit auf eine neue Ebene heben? Künstlerische Forschung (Artistic Research) ist längst kein rein akademischer Begriff mehr, sondern eine lebendige Methode, um die eigene Praxis radikal zu befragen und weiterzuentwickeln.
In diesem Intensiv-Workshop mit Bettina Schülke verwandeln wir das Atelier in ein Experimentierfeld. Statt nur auf das Endprodukt abzuzielen, rücken wir den Weg dorthin in den Fokus. Du lernst, deinen intuitiven Schaffensprozess bewusst zu beobachten, durch experimentelle Versuchsanordnungen zu stören und theoretisch zu untermauern. Das Ziel: Deine Kunst nicht nur auszuführen, sondern sie methodisch zu durchdringen.
Kursinhalte auf einen Blick
- Künstlerische Forschung als Praxis
- Methoden des experimentellen und seriellen Arbeitens
- Dokumentation & Reflexion künstlerischer Prozesse
- Theorie als Denk- und Spiegelraum
- Sprache und Ausdruck für die eigene Arbeit
- Spielerische und offene Arbeitsstrategien
Was dich im Workshop erwartet
Freitag: Öffnen des Forschungsraums
Wir starten mit einer Einführung in das weite Feld der Künstlerischen Forschung – von den akademischen Wurzeln bis zu internationalen Diskursen. Die Theorie bleibt kein Selbstzweck: Wir beginnen mit einer Annäherung an eigene Fragestellungen und ersten praktischen Experimenten auf Papier, um den „Forschungsraum“ physisch zu betreten. Parallel legen wir ein Prozess-Journal an – dein wichtigstes Werkzeug, um Gedanken, Skizzen und Beobachtungen zu sammeln, das dich auch über den Kurs hinaus begleiten wird.
Samstag: Methode & Störung
Heute vertiefen wir die Methodik. Wie verändert sich eine Arbeit durch serielle Wiederholung? Was passiert, wenn wir Medien gezielt wechseln (z. B. vom Foto zur digitalen Verfremdung zur Zeichnung)? Bettina Schülke stellt ihr künstlerisches Konzept der “TRANSACTION” vor und gibt Einblicke in ihre internationale Arbeit. Du arbeitest mit deinen mitgebrachten Materialien an eigenen Fragestellungen, unterbrichst Routinen durch gezielte Regelwerke und nutzt Theorie-Impulse als kreativen Spiegel für dein Tun.
Sonntag: Verdichtung & Ausblick
Aus den Experimenten und Fragmenten des Wochenendes kristallisieren sich konkrete Ergebnisse heraus. Wir nehmen uns Zeit, die entstandenen Arbeiten nicht nur fertigzustellen, sondern sie im Diskurs mit der Gruppe zu reflektieren. Du gehst nicht nur mit physischen Werken und deinem gefüllten Prozess-Journal nach Hause, sondern vor allem mit einem geschärften Bewusstsein für deine Arbeitsweise und neuen Werkzeugen, um deine Kunst eigenständig weiterzuentwickeln.
Ziele des Kurses
- ein neues Bewusstsein für den eigenen künstlerischen Prozess entwickeln
- Werkzeuge zur Weiterentwicklung der Praxis erhalten
- Sicherheit im Sprechen über die eigene Arbeit gewinnen
- neue Ideen, Methoden und Fragestellungen mitnehmen
- durch den Diskurs mit den anderen Kursteilnehmer*innen lernen
„Künstlerische Forschung bedeutet für mich, den eigenen Prozess nicht als gegeben hinzunehmen, sondern ihn als offenen Raum zu begreifen. In diesem Workshop geht es nicht um akademischen Zwang, sondern um die Freiheit, durch methodisches Hinterfragen zu neuen künstlerischen Lösungen zu gelangen.“
Weiterführende Informationen & Links