Kinder der Kunst
Kinder wollen sich austoben, spielen und träumen. Mut, die Freude am Lernen und Phantasie sind auch Blüten der Kunst. Deshalb spielen wir in der Zeichenfabrik mit Farbe und Papier, Stift und Schere – und erforschen mit Vorstellungskraft die inneren Welten.
Alles, was an Großem in der Welt geschah, vollzog sich zuerst in der Phantasie eines Menschen.
Lernen an der Kunst
Nicht nur für Erwachsene ist die Kunst eine Möglichkeit zu wachsen. Kinder lernen an der Kunst allerdings anders – denn sie sind schon kreativ, es muss ihnen nicht erst beigebracht werden. Wird der natürliche Spieltrieb gefördert und bestärkt, entwickeln sich Kinder zu kreativen Erwachsenen.
Verarbeiten von Eindrücken
Viele Kinder greifen aus eigenem Antrieb zu Farbe und Papier. Beim Malen verarbeiten sie Erlebnisse, ordnen in Ruhe ihre Gedanken und geben dem Erlebten eine sinnhafte Struktur. Gleichzeitig ist der bildnerische Ausdruck ein Kommunikationsmittel der eigenen Vorstellungskraft und des inneren Erlebens. Nicht zuletzt durch den steigenden Medienkonsum brauchen Kinder einen Ausgleich zur passiven Aufnahme von Information. Das Malen, Zeichnen und kreative Schaffen sind aktive Ausdrucksmöglichkeiten, die das Verarbeiten der schnellen Bilder im eigenen Tempo erlauben – und so möglich machen, was in der schnellen Bilderfolge verloren geht: das Träumen, Weiterspinnen, Spielen und Schauen.
Entwicklung der Ausdrucksfähigkeit
Malen, Zeichnen und Basteln stärkt nicht nur die visuelle Ausdrucksfähigkeit. Weil Erlebtes eingeordnet wird, fällt es auch leichter, darüber zu sprechen. Das eigene Gestalten wird in der verbalen Reflexion noch intensiver wahrgenommen und das Kunstwerk wird Teil einer gemeinsamen Realität. Auch mit Kindern kann bereits über Arbeitsprozesse gesprochen werden: Was fällt schwer? Was fällt leicht? Wo will ich hin? Kinder lernen ihre Stärken, Potenziale und Ziele kennen und erkennen verschiedene Herangehensweisen an eine Fragestellung.
Kunst lehrt Kinder Schlüsselkompetenzen
Kinder sind Forscher*innen. In der Kunst üben sie den Mut zum Experiment – eine Voraussetzung, um Entscheidungen zu treffen. Das Ausprobieren hinterlässt in der Kunst Spuren, die man in aller Ruhe analysieren und korrigieren kann – ohne Angst vor Konsequenzen. Sich auf unkonventionelle Lösungen einzulassen fördert die Flexibilität des Denkens und das Selbstbewusstsein, zur eigenen Intuition zu stehen. In einem unterstützenden Umfeld erleben Kinder den Gestaltungs- und Entscheidungsprozess als positiv und werden durch die Kunst mutig und selbstbewusst.
Kunst und Körper
Kunst in der Erziehung fördert die Entwicklung der körperlichen Feinmotorik. Das Greifen und Halten des Stiftes trainiert die Muskulatur, die Koordination zwischen Auge und Hand wird abgestimmt. Der haptische Umgang mit verschiedenen Materialien und das genaue Betrachten von Bildern fördert die taktile und visuelle Wahrnehmungsfähigkeit.
Im Zusammenhang mit körperlicher Entwicklung sei auf den Verein Herzkinder hingewiesen – eine Plattform zur Unterstützung herzkranker Kinder und Jugendlicher sowie deren Familien.