Filme & Bücher

Maria träumt – Oder: Die Kunst des Neuanfangs

Zwischen Staubwedel und Avantgarde: Als Reinigungskraft an der Pariser Kunsthochschule entdeckt Maria ihre eigene kreative Leidenschaft – ein Filmtipp über den Mut zum Neuanfang.

16.12.2022·2 Min.
Maria träumt – Oder: Die Kunst des Neuanfangs

Maria muss noch einmal von vorne beginnen. Als die alte Dame, deren Haushalt sie jahrelang geführt hat, verstirbt, tritt sie eine Stelle als Reinigungskraft an der Pariser École des Beaux-Arts an. Zwischen Staubtüchern und antiken Statuen entdeckt sie einen Raum, der nicht nach Effizienz fragt, sondern nach Ausdruck – und begegnet dem Hausmeister Hubert, der seine ganz eigenen kreativen Geheimnisse hütet.

Zwischen Routine und Aufbruch

In der Welt von Maria ist alles geordnet, aber wenig lebendig. Der Wechsel in die Kunsthochschule bricht diesen Trott auf. Hier trifft sie auf eine Generation von Studierenden, die experimentieren, scheitern und sich trauen, laut zu sein. Maria beobachtet nicht nur; sie beginnt zu verstehen, dass auch in ihr eine Kraft schlummert, die viel zu lange keinen Raum hatte.

Filmstill, Foto © Julien Panié

Der Mut zum eigenen Strich

Was als Job beginnt, wird für Maria zu einer Entdeckungsreise. Der Film zeigt, dass Kunst kein Privileg für „Talentierte“ ist, sondern eine Haltung. Während Hubert heimlich seinen Elvis-Hüftschwung übt, lernt Maria, ihren eigenen Blick auf die Welt ernst zu nehmen. Es ist eine Einladung, den Mut zum eigenen Strich zu finden – egal, in welchem Lebensabschnitt man sich befindet.

Das Beaux-Arts: Ein dritter Hauptdarsteller

Die Schule ist weit mehr als ein Drehort; sie ist das pulsierende Herz der Geschichte. Ein Labyrinth aus Epochen, Stilen und kreativem Chaos.

Indem man allen möglichen Kunstwerken begegnet, betritt man eine Welt voller Kreativität, voller Begegnungen, Erfindungen und Fantasien, die nicht in den Bereich der Wirtschaftlichkeit gehört – und die nicht die Norm ist.
Karin Viard, Schauspielerin (Maria)

Ein Ort für Experimente

An der Kunsthochschule kleben überall kleine Zettel für das Reinigungspersonal: „Nicht wegwerfen!“. Es ist die ständige Mahnung, dass an diesem Ort selbst das Unscheinbare ein Kunstwerk sein kann. Für Maria ist das der entscheidende Impuls: Sie erkennt, dass sie nicht nur zum Putzen da ist, sondern um Teil dieses Erfahrungsraums zu werden.

Filmstill © 2022 ADNP – TF1 Studio – France 3 Cinéma

Inspiration für den eigenen Neuanfang

„Maria träumt“ ist kein klassischer Liebesfilm, sondern eine Hommage an die Neugier. Er macht Lust darauf, sich selbst wieder die Frage zu stellen: Was passiert, wenn ich den gewohnten Pfad verlasse und mich auf das Experiment einlasse?

Weiterführende Informationen

  • „Maria träumt – Oder: Die Kunst des Neuanfangs“ (Maria rêve), Frankreich 2022, Regie: Lauriane Escaffre, Yvonnick Muller, mit Karin Viard und Grégory Gadebois, 93 Minuten
  • Trailer zum Film
  • Der Film beim Filmladen
Zurück zu allen Beiträgen