Welche Regeln befolgst du beim künstlerischen Arbeiten, ohne es zu merken? Mit solchen Fragen beginnt künstlerische Forschung – „research through art", wie Christopher Frayling sie nannte: Erkenntnis nicht über, sondern durch die Kunst.
In diesem Kurs mit Dr. Bettina Schülke wird das Atelier zum Labor:
- Wahrnehmen: Wie arbeite ich? Du beobachtest dich bei einer vertrauten Handlung und hältst im Prozess-Journal fest, was du tust, wo du zögerst, was automatisch passiert. Dann änderst du eine Gewohnheit: Wer in der Mitte beginnt, beginnt am Rand. Wer vieles korrigiert, lässt alles stehen.
- Experimentieren: Was geschieht, wenn ich meine Arbeitsbedingungen verändere? Aus einer Beobachtung wird eine Frage, aus der Frage eine Versuchsanordnung. Du arbeitest in Serien, in denen sich jeweils eine Bedingung ändert, und überträgst das Prinzip deiner Arbeit in ein anderes Medium.
- Verdichten: Was habe ich erfahren? Du betrachtest deine Versuche wie das Material einer fremden Person und suchst nach Wiederholungen, Abweichungen, Überraschungen. Dann der Blick nach außen: Wann wird meine Frage für andere interessant? Durch Recherche und Mapping entsteht eine Forschungslandkarte als Orientierung für deine nächsten Schritte.
Zwischen den Terminen erprobst du das Erarbeitete in deiner eigenen Praxis. Was du mitnimmst, ist kein fertiges Werk, sondern eine Methode, die über den Kurs hinaus wirkt. Begleitet wird die Praxis von Impulsen zur Geschichte und zu den Methoden künstlerischer Forschung – Theorie und Praxis treten so in einen wechselseitigen Dialog.
Der Kurs richtet sich an Menschen mit eigener künstlerischer Praxis, gleich in welchem Medium. Deine Arbeiten und Fragen sind das Material.